Sendetipps

Mittwoch, 7. März von 15–16 Uhr

WortWellen 

Die heutige Literatur in Frankreich - das ist nicht nur Michel Houellebecq. Schon gar nicht in puncto Qualitität. Da gibt es Andere und vor allem Jérôme Ferrari (Foto unten, © Kornelia Boje), der seit seinem Roman "Predigt auf den Untergang Roms", ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt, zu den wichtigsten europäischen Stimmen des Gegenwartsromans zählt. Letztes Jahr erschien auf Deutsch sein - bereits vor der "Predigt" verfasster - Roman "Ein Gott ein Tier", in der beeindruckenden Übersetzung von Christian Ruzicska. Wir präsentieren euch das Buch, nehmen uns damit richtig was vor, weil auf den 110 Seiten erzählerisch-sprachlich wie inhaltlich mehr passiert als in den allermeisten 600-Seiten-Ziegeln. Für diesmal heißt das: keine Musik, nur konzentriertes Gespräch über ein faszinierendes Stück Sprachkunst, das härteste Gewalterfahrung mit zartestem Glück collagiert, das den Wirklichkeitsraum dahinter grellleuchtend-poetisch nach Erklärungen absucht, ohne sich auch nur eine Zeile billigen "Realismus" zu gönnen. Tut euch das an! Im Gespräch über "Ein Gott ein Tier" trifft Ewart Reder von den WortWellen auf Axel Dielmann, außer Verleger und Schriftsteller noch manches mehr, so - wie ihr hören werdet - hellwacher Leser von Gegenwartstexten. Faites vos jeux ...

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