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Zum Tode von Hadayatullah Hübsch. Eigentlich sollte Hadayatullah Hübsch heute Gast der Sendung sein. Es sollte um alternative Lebensformen gehen und insbesondere der Frage nachgehen, warum z.B. sich manche Kommunen zu autoritär-präfaschistischen sektenartigen Organisationen entwickeln konnten.
Einen Tag vor der Sendung verstarb Hadayatullah Hübsch überraschendWir senden ein Gespräch über Hadayatullah Hübsch mit dem Dichter Jochim Durrang und Archivaufnahmen von Hübsch. Dazu Ausschnitte aus dem letzten Interview, dass Hübsch für diese Sendung mit Raimund Samson, Ex-Mitglied der berüchtigten Mühl-Kommune, geführt hatte.

Hier ein Kurzportait:
Hadayatullah Hübsch, legendärer Undergroundpoet, Ex-Hippie, Szeneguru, Gründer des ersten Frankfurter Headshops, Vorsitzenden des hessischen Schriftstellerverbandes,  literarischer Boxkämpfer, Journalist, Islamgelehrter und Imam ist am 4.1.2010 im Alter von 64 Jahren verstorben.In dem von Einzelkämpfern dominierten Literaturbetrieb war Hübsch ein Ausnahme, ein geduldiger Netzwerker, jemand der die Menschen zusammenbringen wollte und vor allem die junge Literatur förderte. Auch literarisch war er eine Ausnahmeerscheinung. Seine Lyrik war direkt, emotional, rhythmisch, rasant, dynamisch und von einer unerschöpflichen Wortspielphantasie geprägt. Lange bevor Poetry Slam emotionale, wortspielstarke, rhythmische Spoken Word Lyrik hervorbrachte, war Hadayatullah ein Spoken Word Dichter, mit Beat und Rock´n Roll in den Versen. 8 Jahre lang war er zudem Vorsitzender des Hessischen Schriftstellerverbandes (VS) und holte zahlreiche junge Autoren in den VS. Bereits 1969 trat er nach exzessiven Drogenerfahrungen zum Islam über und engagierte sich in der Ahmadyya-Gemeinde, veröffentlichte Bücher zum Islam und war schliesslich Vorbeter in der Nuur Mosche in Frankfurt. Zuletzt arbeitete er an einem Buch über “Witze im Islam”. Auch als Mittler zwischen den Kulturen wird er eine nur schwer zu schliessende Lücke hinterlassen.